Bericht aus dem Gemeinderat vom 31.07.2019

RIS Symbol
  • Nachnutzung der Sondergrabstätte „Maria Stern“ im Friedhof Zell
    Die Grabstätte der Klosterschwestern vom Orden Maria Stern wurde aufgelassen. Daher strebt die Gemeinde eine Nachnutzung für Urnengräber an. Dies ist bedingt durch einen signifikanten Wandel der Bestattungskultur von der Erdbestattung zur Urnenbestattung in den letzten Jahren. Damit diese ehemalige Grabstätte der Schwestern von Maria Stern in Erinnerung an sie erhalten wird, soll der zentrale Grabstein in die Neuanlage integriert, die Einzelgrabsteine möglichst wieder verwendet und die Grabgestaltung soweit möglich erhalten werden. Für die Neuanlage soll die Planvariante mit einem kleinen Fußweg um das bestehende zentrale Kreuz angelegt werden, damit die einzelnen Urnengräber direkt angegangen werden können. Für eine einheitliche Grabgestaltung direkt neben dem Leichenhaus soll die „Treuhandgesellschaft bayerischer Friedhofsgärtner“ beauftragt werden, um eine einheitliche Gestaltung der Grabflächen und der Steinmetzarbeiten zu gewährleisten. Bestattungen in diesem Bereich können dann nur im Rahmen einer sogenannten Ruhegemeinschaft erfolgen, für die die Grabnutzungsberechtigten einen Pflegevertrag mit der Treuhandgesellschaft abschließen müssen.       
    Der Gemeinderat hat beschlossen, dieses Konzept weiter auszuarbeiten. Die gemeindliche Friedhofs- und die Friedhofsgebührensatzung wurde entsprechend geändert. Die Möglichkeit, Grabstellen bereits zu Lebzeiten zu reservieren wurde diskutiert, aber zurückgestellt.
  • Beschaffung von Tablets für die Grundschule im Rahmen des Digitalpaktes Im Rahmen des Digitalpaktes Bayern wurden der Gemeinde vom Freistaat Bayern Mittel in Höhe von etwa 21.000 Euro für die Ausstattung mit Tablets zugesagt. Nach Ausarbeitung eines Medienkonzeptes durch die Lehrer der Grundschule konnten entsprechende Angebote eingeholt werden. Die Konzeption sieht vor, dass für zwei Klassen jeweils 20 Tablets beschafft werden, die mit Hilfe von Tabletwägen flexibel in den Klassen eingesetzt werden können. Ebenso sollen für die Klassenlehrer Tablets mit Zubehör beschafft werden. Die Betreuung dieser Ausstattung soll über eine externe Firma erfolgen. Der Gemeinderat stimmte dieser Beschaffung zu. Die Gemeinde muss mindestens 10% der Investitionskosten tragen.
  • Sachstandsbericht zu den Planungen für das Gewerbegebiet Schorn
    In den letzten Monaten hat sich der Stadtrat von Starnberg ausführlich mit den Planungen für eine neues Gewerbegebiet in Schorn befasst. Das überplante Gebiet ist 47 ha groß und liegt im Landschaftsschutzgebiet „Starnberger See – Ost“. Knapp 60% der Fläche werden für öffentliche Verkehrsfläche und Nettobauland vorgesehen. Im März 2019 wurde das Planungskonzept in Starnberg dem Stadtrat vorgestellt. Die Bebauung soll in vier Quartieren mit Boardinghouse und zentralen Versorgungseinrichtungen (Geschäfte, Gaststätten etc.) erfolgen. Die Erschließung erfolgt für den Verkehr Richtung München über die Autobahn BAB 95 in neu zu errichtenden Halbanschlüssen bzw. Ertüchtigung von Behelfsausfahrten. Richtung Starnberg, Autobahn Garmisch und Isartal erfolgt die Verkehrsführung im Norden des Gebietes zur bestehenden Olympiastraße durch Wangen bzw. Neufahrn/Schäftlarn.
    Nach Aussagen der Planer soll das Gewerbegebiet Schorn ein „Projekt für die ganze Region“ werden. Soweit aus den derzeitigen Planungen ersichtlich, wird dies eher ein Problem für die Region hinsichtlich des zu befürchtenden deutlichen Mehrbelastungen durch den Verkehr (insbesondere Schwerverkehr) für die angrenzenden Ortschaften und für die Region hinsichtlich der Wohnungssituation für die Mitarbeiter des Gewerbegebietes, die den Druck auf den Wohnungsmarkt erheblich verstärken. Der Vorteil der Gewerbesteuereinnahmen verbleibt allein bei der Stadt Starnberg bzw. Landkreis Starnberg.          
    Als weiteren konkreten Planungsschritt hat der Stadtrat die Herausnahme des geplanten Gewerbegebietes aus dem Landschaftsschutzgebiet beim Landkreis Starnberg beschlossen. Der Landkreis hat die Einleitung dieses Verfahrens bereits auf den Weg gebracht.         
    Insgesamt zeigen die Planungen, das hierbei auf die Probleme der übrigen Betroffenen wenig Rücksicht genommen wurde und auch keine konkreten Darstellungen für deren Problembehebung vorgenommen. Als neues Gewerbegebiet entsteht ein neuer Ortsteil in Starnberg ohne jegliche Einbindung in bestehende Infrastruktur. Wir beobachten die Entwicklung mit Sorge!
  • Neufassung der Örtlichen Bauvorschrift - Zwischenbericht
    Der Entwurf der überarbeiteten Örtlichen Bauvorschrift wurde dem Bauausschuss Anfang Juli durch den beauftragten Architekten vorgestellt. Die Fraktionen haben sich zu dem Entwurf beraten und Änderungsvorschläge eingereicht. Diese Vorschläge/Änderungswünsche wurden dem Gremium vorgestellt. Sie betrafen im Wesentlichen die Bereiche „Gestaltung von Hauptgebäuden“, „Wintergärten“, „Dachgestaltung, Kniestöcke“, Gestaltung von Dachaufbauten“ (Dachfenster und Gauben), „Anordnung der Dachaufbauten“, „Satellitenanlagen“, „Freiflächengestaltung“ und „Einfriedungen“. Eine vertiefte Diskussion wird zu dem Thema Werbeanlagen gefordert
    Der Gemeinderat wird in einer Sondersitzung die Örtliche Bauvorschrift unter Beteiligung des beauftragten Architekten erneut erörtern und beschließen. Der Satzungsentwurf ist für die Bürgerinnen und Bürger im gemeindlichen Bauamt sowie auf der Homepage einzusehen. Rückmeldungen können bis 6.09.2019 an die Verwaltung gerichtet werden.

 

Dr. Matthias Ruhdorfer,

  1. Bürgermeister

drucken nach oben